An: Deutscher Bundestag - Petitionsausschuß, Bundeshaus, 53113 Bonn

Inzell, den 29. August 1998

Petition "Feuerlöscher gehören in jeden Wagen"

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich will Sie bitten, per Gesetz jeden Wagenlenker zum Mitführen (und Benutzen) eines Feuerlöschers zu verpflichten, damit in Zukunft viele Verletzungen und Todesfälle durch Feuer vermieden werden können.
Ich habe nichts mit der Feuerlöscher-Industrie zu tun, sondern ein Erlebnis auf der Autobahn Salzburg- München, wo bei einem Unfall 3 junge Menschen verbrannten, brachte mich dazu, Ihnen diesen Vorschlag zu machen. (siehe beigefügte Zeitungsberichte über den Unfall)
Obwohl durch den Unfall sofort ein kilometerlanger Stau entstand, fand sich kein Fahrzeug im Stau, das über einen Feuerlöscher verfügte. Als es uns endlich nach ca. 15 Minuten gelang, auf der anderen Richtung einen Lastwagen zum Stehen zu bringen, konnte er mit seinem Feuerlöscher nichts mehr ausrichten. Denn inzwischen waren die 3 eingeklemmten Menschen schon verbrannt, eine Frau davon bei vollem Bewußtsein! Diese Schreie wird niemand von uns vergessen können.
Das oft vorgebrachte Argument: ."Was soll ich mit so einem kleinen Feuerlöscher schon ausrichten", kann ich nicht gelten lassen. Denn bei praktisch jedem Unfall entsteht sofort ein Stau, und alle Feuerlöscher zusammen können auch gegen mitteIgroße Feuer sehr wohl was ausrichten. Natürlich muß nicht nur das Mitführen, sondern auch das Anwenden der Feuerlöscher zur Pflicht gemacht werden, damit sich keiner vor der Benutzung drückt.
Ob der Feuerlöscher vorne oder im Kofferraum angebracht ist, sollte dabei keine Rolle spielen. Hauptsache, er ist dabei.
Immer mehr teure unnütze Extras wie elektrische Fensterheber, Klima-Anlage, mehr PS, Metallic-Lackierung werden in Fahrzeuge eingebaut, aber für lebensrettende Feuerlöscher soll auf einmal kein Geld mehr da sein.
Übrigens: Die verbrannten Fahrzeuge waren allesamt Benziner. Wären die drei Toten Diesel gefahren, so würden sie wahrscheinlich überlebt haben, da ein Dieselfahrzeug weit weniger leicht Feuer fängt als ein Benziner. Beispielsweise werden in Sibirien Lastwagen über einem Feuerchen aufgetaut, um sie bei Tiefst-Temperaturen zu starten. Machen Sie das mal mit einem Benziner. Warum fahren aber viele Menschen Benziner statt Diesel? Aus steuerlichen Gründen, wie ich durch viele Gespräche erfuhr. Als Argument wird vorgebracht, daß die Fahrzeugsteuer für Diesel höher sei, und trotz günstigeren DieseI-Preises das Fahren von Diesel erst ab 30000 km pro Jahr Sinn mache. Ich persönlich fahre nur Diesel, egal wie teuer mich das angeblich kommt. Denn ich will das Verbrennungs-Risiko mindern. Da aber viele Leute nur kurzsichtig auf die Steuer schielen, so sollte man den Diesel gegenüber dem Benziner nicht mehr steuerlich benachteiligen. Ausserdem ist ein Diesel sparsamer im Verbrauch.
Sie können noch mehr Menschen vor Unfällen bewahren, wenn Sie endlich eine generelle Geschwindigkeits-Begrenzung auf Autobahnen einführen. Tempo 130 ist mehr als genug. Selbst im autoverliebten Italien oder Österreich gilt max. 130. Denn wenn jemand z.B. 200 statt 100 Km/h fährt, entstehen in Kurven 4-fache Kräfte, der Bremsweg wird 4-mal so lang, alle Entscheidungen müssen doppelt so schnell gefällt werden. So kann rein physikalisch gefolgert werden, dass das Unfallrisiko bei doppeltem Tempo um mindestens den Faktor 10-20 ansteigen muss. Eine Regierung darf sich auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit nicht durch fadenscheinige Argumente der Sorte: "Wer das Rasen verbietet, gefährdet Arbeitsplätze" erpressen lassen. Selbst die Industrie gibt damit zu, dass mehr Fahrzeuge bei hoher Geschwindigkeit verunglücken. Was zählt also mehr? Drohungen profitgieriger Lobby isten, mehr Arbeitsplätze auf Intensiv-Stationen, mehr Aufträge für die Totengräber, oder das Leben und die Gesundheit zumeist junger Menschen ?
Wenn Sie viele Menschen vor dem Verbrennen, dem grauenvollsten aller denkbaren Tode bewahren wollen, so führen Sie bitte die Feuerlöscher-Pflicht ein, und drängen Sie bitte, diese auch zusätzlich europaweit zum Standard zu machen. Zusätzlich sollten Sie das Diesel- Fahrzeug steuerlich dem Benziner gleichstellen und bundesweit die Höchstgeschwindigkeit begrenzen, z.B. auf 130. Ich selber brauchte 10 Jahre seit dem Unfall auf der Autobahn, um Ihnen endlich zu schreiben. Bitte, bitte, lassen Sie nicht noch mehr unnütze Zeit verstreichen.